ausstellung erdenwinkel 150523 001 1Graf von Gotter´s "Erdenwinkel"- eine geodätische Spurensuche in Molsdorf und Umgebung"Ausstellung im Schloss Molsdorf bis Sonntag, 7. Juni

Freier Eintritt für Molsdorf'er

 

Unter der Schirmherschaft des DVW Thüringen ist zu den Thüringer Schlössertagen 2015 im Schloss Molsdorf vom 23. Mai bis 14. Juni die Ausstellung Graf von Gotter`s "Erdenwinkel" - eine geodätische Spurensuche in Molsdorf und Umgebung zu besichtigen.
Die Ausstellung dokumentiert an Hand von unterschiedlichen Kartenmaterial die Veränderungen eines Siedlungsraumes am Beispiel der Gemarkung Molsdorf.

Molsdorf Flur 0001Histor Molsdorf 00011

 

 

 

 

 

 

 

Anlässlich der diesjährigen Schlössertage im Schloss Molsdorf wurde die Ausstellung "Graf von Gotter´s "Erdenwinkel"- eine geodätische Spurensuche in Molsdorf und Umgebung" eröffnet.
Von Menschen besiedelte Räume unterliegen permanent Veränderungen. Demographischer Wandel, Ausbau der technischen Infrastruktur und Schutz der Natur-und Kulturlandschaften sind aktuelle und kontrovers diskutierte Themen. Als Vermittler zwischen den unterschiedlichen Interessen sind Geodäten unter anderem als Landentwicklungsspezialisten gefragt.
Landwirtschaft, Naturschutz, Forstwirtschaft, Verkehrsinfrastruktur, Wasserwirtschaft - eine Vielzahl von Akteuren prägen die ländlichen Räume. Ihnen ist gemeinsam, dass sie neben der Beanspruchung von Flächen auch in bestehende Eigentumsstrukturen eingreifen. Die Ausstellung stellt sich diesen Themen und dokumentiert an Hand unterschiedlichen Kartenmaterials die Veränderungen eines Siedlungsraumes am Beispiel der Gemarkung Molsdorf.

Mit dem Umbau der Wasserburg zu einem Schloss und der Umgestaltung des Parkgeländes hinterließ Graf Gotter in der Zeit von 1733 bis 1748
seine Spuren. Am Nordportal des Schlosses grüßt noch heute sein von Horaz entlehntes lateinisches Motto, das man sinngemäß so übersetzen kann:
"Dieser Erdenwinkel lacht mir vor allem(anderen) zu."

Gotter's Erdenwinkel unterlag in den darauf folgenden Jahrhunderten weiteren tiefgreifenden Veränderungen. Der Bau der Autobahn A4 in den 1930er Jahren, die nach dem zweiten Weltkrieg verordnete Bodenreform und die sich anschließende Kollektivierung der Landwirtschaft prägten das Landschaftsbild neu und machten die Neuordnung von Eigentums-bzw. Nutzungsverhältnissen erforderlich. Die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit Nr. 8.1 (Neubaustrecke ICE) und Nr. 16 (Autobahn A 71) führten in neuerer Zeit zu weiteren erheblichen Einschnitten. Aufgabe der Geodäten ist es, diese Veränderungen nicht nur zu erfassen und zu dokumentieren, sondern im Rahmen der Flurbereinigung fachlich zu begleiten und so für eine geordnete Struktur der Grundstücke zu sorgen.

Die Ausstellung im Schloss Molsdorf lädt noch bis Sonntag, 7. Juni, 18 Uhr, zu einer spannenden Spurensuche ein.
Sie steht unter Schirmherrschaft des Deutschen Verein für Vermessungswesen.


Das Landesamt für Vermessung und Geoinformation und das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung haben unter dem Dach des DVW, des Deutschen Vereins für Vermessungswesen, eine Ausstellung im Molsdorfer Schloss zu den Schlössertagen aufgebaut, die man bis zum 7. Juni 2015 zu den Öffnungszeiten des Schlosses besichtigen kann.

Auf eindrucksvolle Weise ist es gelungen, die Entwicklung in einer Region zu dokumentieren.
Neben dem Handwerkszeug der „Vermesser" sind auch Landkarten von früher und heute ausgestellt.

Am 23.05.2015 fand die Eröffnung der Ausstellung statt.
Anschließend erläuterte Herr Prof. Dr. Schierz, bei einem sehr interessanten Rundgang durch das Museum, das Leben und Wirken des Graf von Gotter in Molsdorf.