Nach unseren Recherchen erfolgte die erste belegte schriftliche Erwähnung von Molsdorf 815.
Somit war 2015 ein Jubiläum, 1200 Jahre der ersten schriftlichen Erwähnung von Molsdorf.

Der Benediktinermönch Lullus (um 710-786) geht den Weg einer kirchlichen Laufbahn (Diakon, Priester, Chorbischof, Bischof). Im Jahre 754, nach dem Tod von Bonifatius, wird Lullus dessen Nachfolger als Erzbischof von Mainz. Das Bistum Mainz wird von ihm erheblich durch die Vereinigung, mit den von Bonifatius gegründeten Bistümern Büraburg bei Fritzlar und Erfurt, vergrößert.

Ab 769 betreibt Lullus die Errichtung des Klosters Hersfeld, welches er 775 unter die Obhut Karls des Grossen stellen lässt. Karl der Grosse (742-814) räumt dem Kloster, welches zum Reichskloster erhoben wird, u. a. das Schutzrecht über eine Vielzahl Thüringer Dörfer und Städte ein. Nach der Zerschlagung des Thüringer Königreiches 531, geht es ihm vor allem um die Neuordnung und Macht- und Besitzkonsolidierung in den Thüringer Gebieten. Auch Molsdorf kommt in Hersfelder Besitz.
Im "Brevarium sancti Lulli, Tafel " (Hersfelder Güterverzeichnis der Jahre 755/786 - 815) aus dem 9. Jahrhundert ist der reiche Besitztum des Klosters ersichtlich - für viele hessische und thüringische Dörfer und Städte die erste urkundliche Erwähnung. Im Register wird der Ort Molsdorf neben vielen anderer Orten aus der Umgebung ausdrücklich erwähnt.

Molsdorf erscheint als "Mollesdorf" auf Tafel 3 des "Breviarium Lulli"; dort werden 3 Hufen und eine Manse an Kloster Hersfeld übertragen. Tafel 3 ist dem Zeitraum 775 - 815 zugewiesen.
Da das Hersfelder Güterverzeichnis einen Zeitabschnitt dokumentiert, wird das letzte Jahr 815 als Datierungsjahr verwendet.

Vermutlich ist somit das Jahr 815 als das Jahr der ersten schriftlichen Erwähnung des Ortes Molsdorf.

Auch wenn ein Ort in einem Güterverzeichnis, nicht in einer Urkunde (im engeren, fachwissenschaftlichen Sinn), erstmals genannt ist, so liegt aber doch damit die maßgebliche schriftliche Erstnennung vor.
Auch im Thüringer Register der Ersterwähnung von Städten und Dörfern, gilt dieser Eintrag als schriftliche Ersterwähnung von Molsdorf.

Quelle: u.a. Hessisches Staatsarchiv Marburg

Eine erste urkundliche Nennung erfolgte am 8. September 1109. In einer Schenkung, an das Kloster Reinhardsbrunn, wird Ermenrich, Sohn Amelungs v. Mollesdorf, als Zeuge angegeben.
Dieses Datum wurde vom Ortschaftsrat Molsdorf als Grundlage für die Jubiläumsfeiern zur ersten urkundlichen Erwähnung „900 Jahre Molsdorf“ im Jahre 2009 verwendet.